Wiederholungstäter*innen

Die Philippinen sind ein Inselstaat. Die großen Städte (Manila und Cebu City), die wir passieren, kann man sich schenken, aber die Inseln stehen schon lange auf Stephans und meiner Reisezielliste. Eine, so sagt man, ist schöner als die andere. Nach Boracay ziehen wir weiter über Cebu nach Bohol und Panglao. Eigentlich wollten wir danach auch noch weiter nach Palawan.
Aber nach Boracay, stellen wir ein paar Wochen später fest, sind wir verdorben. Ja, die Strände auf den anderen Inseln sind schön, aber keiner so schön wie der auf Boracay. Es gibt überall auch schöne Hotels, nette Bars und gute Restaurants, aber nirgends ist das Angebot so toll wie das auf Boracay.

Wir beschließen etwas zu tun, das wir noch nie getan haben. Wir kehren nach Boracay zurück. Unser Studio mit Dachterrasse ist noch frei und schwupps haben wir den Flug gebucht.

Im Hotel und in den Restaurants und Cafés werden wir wie alte Stammgäste begrüßt. Die Bedienungen kommen vorbei und strahlen bis über beide Ohren, wenn wir ihnen erzählen, dass es nirgendwo so schön war wie hier und wir deshalb wieder zurück gekommen sind. Die Strandpolizei nickt uns fröhlich zu und die Tourverkäufer lächeln uns nur noch milde an, statt uns mit ihren üblichen Verkaufssätzen zuzutexten.

Wir sind fast genauso faul wie beim ersten Mal, schaffen es aber dieses Mal immerhin zum Sonnenuntergang auf eines der Segelboote.

Wir überlegen, ob wir nicht einfach hier bleiben sollen – so eine Art ü50-work & travel – und gehen durch, womit wir unseren Lebensunterhalt verdienen könnten. Rettungsschwimmer und Englischlehrerin wären tragfähige Optionen. Und wir könnten natürlich auch eine Currywurstbude aufmachen, das geht ja immer.

Letztendlich sind wir doch lieber nur mit „travel“ ohne „work“ unterwegs und bleiben solange bis unser Visum zu Ende geht. Zentralentspannt und mit neuer Reiselust geht es weiter.
Die Welt ruft.
Malaysia lautet unsere Antwort.

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