
Wir essen und kochen beide gerne und wir reisen gerne. Am liebsten in dieser Kombination. Und so haben wir schon Paella in Barcelona, Chili-Hühnchen in China, Sommerrollen in Vietnam und Tortillas in Mexico kochen gelernt. Nun also die mittelamerikanische Küche. Sie hatte uns bisher nicht so umgehauen, wie in anderen Ländern. Der mexikanische Einfluss ist deutlich, aber nicht so abwechslungsreich wie in Mexiko. Viele sagen sogar, das Essen hier sei langweilig… gut, hier und da bestätigte sich das auch. Die Basis hier in Costa Rica (und noch mehr später in Nicaragua) ist Bohnen mit Reis, oder Reis mit Bohnen. Oder Reis mit anderen Bohnen, morgens mit Ei, Abends mit Hűhnchen oder Fisch und zwischendurch aufgewärmt. Der helle Reis mit den dunklen Bohnen heißt hier übrigens Gallo Pinto, was soviel wie „gepunkteter Hahn“ bedeutet.

Als wir im Hochland von Costa Rica bei Rincón de la Vieja ein paar Tage auf einer Kakaofarm gewohnt haben, hatten wir die Chance im Nachbardorf einen Kochkurs zu besuchen und die lokale Küche etwas besser kennen zu lernen.
Mit einer Taschenlampe für den Rückweg bewaffnet machen wir uns auf den Weg zum „Café Campensino“ ins Dorf Colonia La Libertad (der Name war uns schon mal sympathisch). In dem einfachen Haus am Rande des Dorfes begrüßte uns Araceli mit ihrer Tochter Alejandra, die beide kaum Englisch und wir kaum Spanisch sprachen, das aber durch Sympathie und Tatendrang mehr als ausgleichen konnten.
Es gab: tadaaa: Gallo Pinto! Aber in einer karibischen Variante mit Kokoswasser gekocht, sehr lecker.
Das Hühnchen wurde in Rohrzucker karamelisiert und mit Knobloch, Zwiebeln, Chili, Paprika und Koriander lecker gewürzt. Dazu machen wir noch Tortillas (Maismehl, Wasser) und Käse aus Milch und Salz. Super lecker waren auch die Patocones: Kochbananen in Stücken frittiert, danach zwischen zwei Tellern zu einem flachen Fladen gedrückt und dann nochmal frittiert.

Die Anweisungen von Araceli waren trotz der Sprachbarriere eindeutig und nicht verhandelbar, was vielleicht auch daran lag, dass sie uns vorher gezeigt hatte, wo sie das Holz für den Ofen selber hackt.
Gekocht wurde nämlich auf offenem Feuer, was dem Essen vielleicht zusätzlich eine besondere Note gab.

Zwischendurch gab es selbst gebrannten Schnaps aus einer alten Vodka Flasche. Wir haben viel gelacht, uns mit Händen und Füßen unterhalten und zum Schluss das selbst gekochte Menü zusammen verspeist.

Alles in allem ein toller Abend, der dazu geführt hat, dass wir a) eine Woche Spanischkurs gebucht haben und b) eine unserer nächsten Unterkünfte eine Küche hatte, wo wir selber gekocht haben (natürlich Gallo Pinto, aber karibisch).
